Ich werde dir nun in loser Folge einige Meilensteine deiner (möglichen) Trader-Karriere aufzeigen, die auch ein wenig meinen Werdegang wiederspiegeln. Der heutige Teil beschäftigt sich mit den anfänglichen Stolpersteinen, die auf dem Weg eines Traders herumliegen:
Jetzt ist es soweit, Du hast endlich eine passende Trading Strategie für dich gefunden. Du hast einige Trades auf dem Demokonto absolviert und diese Strategie auf Herz und Nieren geprüft – sie einem wahren Härtetest unterzogen.
Deine Zuversicht ist groß, denn das Trading System wirft tatsächlich die lang ersehnten Gewinne ab. In allen Marktphasen, selbst in denen, die sonst immer Verluste einbrachten, hält diese Strategie was sie verspricht.
Auch persönlich passt diese Strategie zu dir, denn du gerätst nicht in Stress, wenn mal ein Trade gegen dich läuft. Die Zeiteinheit in der du handelst, lässt dir die nötige Ruhe und Gelassenheit. Auch das Kapitalmanagement passt und du hast sogar Regeln erstellt, die dich zwingen sollen, dass du die Strategie konsequent umsetzt und dich an den Plan hältst.
Alles ist gut und du bist mental ausgeglichen.
Es juckt nur langsam in den Fingern, du möchtest endlich richtig loslegen.
Na dann – ran an den Speck!
Die Analyse des Marktes ist erledigt und für heute stehen einige verheißungsvolle Einstiegsmöglichkeiten auf dem Plan. Schnell bist du im Markt vertreten und die Trades gehen – natürlich – in die vorhergesehene, gewünschte Richtung.
Alles ist gut und du bist mental ausgeglichen.
Alles läuft nach Plan:
Die ersten drei Trades erreichen ihr Kursziel. Damit bist du im siebten Himmel und weil das Ganze so viel Spaß gemacht hat, gehst du noch einige weitere Trades ein, die zwar nicht ganz so nach deinem System gehandelt werden können, aber du hast ja schon genügend Gewinn gemacht.
Irgendwie wird die Sache schon klappen.
Diese Trades laufen auch gleich in deine Richtung und die Limit-Order ist schon fasst erreicht. Doch dann, plötzlich dreht der Markt und die Papiergewinne werden in Minuten aufgefressen. Aber dies ist leider noch nicht das Ende, denn die Trades laufen weiter geradewegs auf die Stopp-Loss-Order zu.
Nichts ist gut und du bist von der Angst getrieben!
Da jetzt die Fahrt aus der Bewegung rausgeht und der Kurs sich schon kurz vor deiner schützenden Stopp-Loss-Order befindet, verschiebst du diese ein wenig in die verlustvergrößernde Richtung.
Ja, du gibst dem Kurs somit ein wenig mehr Spielraum und du denkst dir: „Sicher dreht der Kurs gleich ab und bewegt sich wieder in meine Richtung.“
Falsch, der Kurs rückt deiner neuen Stopp-Loss-Order immer näher. Aber er wird auch immer langsamer – was machst du jetzt bloß? Richtig! Du setzt die Stopp-Loss noch weiter weg. Der Kurs muss doch schließlich irgendwann mal drehen, oder?
Nichts ist gut und du bist von der Angst getrieben!
Und so geht das Spiel noch eine Weile weiter, bis der Trade tatsächlich ausgestoppt wird. Das anfänglich kalkulierte Risiko, hat sich nun mit dem Verschieben der Stopp-Loss-Order vielleicht verdreifacht. Der vorher festgelegte Plan wurde also über den Haufen geworfen.
Fazit: Hier wurden schwer wiegende Fehler gemacht. Du darfst nur Trades eingehen, die im Einklang mit deiner vorher festgelegten Trading Strategie stehen. Desweiteren solltest du nie deine Stopp-Loss-Order in die verlustvergrößernde Richtung verschieben. Deine Trading-Regeln müssen unbedingt eingehalten werden!
Wenn du den Fehler erkannt hast und ihn nie wieder begehst, dann ist alles gut. Es ist völlig normal Fehler zu machen. Wichtig ist nur, dass wir daraus lernen und die richtigen Schlüsse ziehen.
Dann wirst du von Trade zu Trade besser und kommst deinem Ziel immer näher.
In diesen Sinne Tschüss und bis zum nächsten Mal,
Max Degen von Querverdiener.com
