Mit „Profite sichern“ meine ich nicht den Trade glattstellen (also deaktivieren), sondern die bisher entstandenen Gewinne eines Trades zu sichern und trotzdem weiterhin im Markt zu bleiben, um auch von den nächsten Bewegungen profitieren zu können.
Aus meiner Sicht gibt es dazu zwei große Möglichkeiten:
Zum einen das Versetzen der Stopp-Loss-Order in den gewinnsichernden Bereich und zum anderen das Durchführen von Teilverkäufen.
Lass uns nun die beiden Möglichkeiten anschauen, um festzustellen welche die bessere ist.
Kommen wir zunächst zur Gewinn-Sicherung mit Hilfe der Stopp-Loss-Order:
Es ist im Prinzip ganz einfach: Hier passt du den Stopp nach einem bestimmten Schema dem Kursverlauf an. Das heißt, wenn der Trade sich in die gewünschte Richtung entwickelt, ziehst du den Stopp immer ein Stück nach und sicherst auf diese Weise auch immer ein Stück deines derzeitigen Gewinns.
Der Nachteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass man durchaus häufiger vorzeitig ausgestoppt wird. Dies geschieht beispielsweise wenn der gehandelte Titel eine zu starke Gegenbewegung vollzogen hat oder du den Stopp einfach zu nahe an den Kurs herangezogen hast.
Kommen wir nun zu den Teilverkäufen:
Hier belässt du den Stopp während des gesamten Trades da wo er ist. Das einzige was du hier tust ist folgendes: Du verkaufst immer wenn der gehandelte Wert eine gewisse Kursmarke erreicht, einen Teil deiner erworbenen Stückzahl.
Ein Beispiel verdeutlicht dies am besten:
Angenommen du wolltest einen Long-Trade eingehen. Du bist bei einem Kursstand von 67,66€ eingestiegen, hast 100 Stück erworben und den Stopp bei 64,66 platziert. Der Abstand zwischen Einstieg und Stopp beträgt also 3,00 Euro.
Dein Plan könnte desweiteren vorsehen, dass du immer ein Drittel deiner Stückzahl verkaufst, wenn der gehandelte Titel 3,00 Euro an Wert zugelegt hat. In diesem Falle würdest du das erste Drittel bei 70,66€ und das zweite bei 73,66€ und das letzte Drittel bei 76,66€ verkaufen.
Du siehst, auch diese Vorgehensweise ist ganz einfach.
Der Vorteil hierbei liegt auf der Hand, denn du lässt dem Kurs immer einen schön großen Spielraum (da du ja den Stopp nicht nachziehst) und wirst somit viel seltener vorzeitig ausgestoppt.
Aber jetzt kommt der entscheidende Nachteil:
Du profitierst nach jedem Teilverkauf weniger!
Ist ja auch völlig klar: Du lässt sozusagen ein Drittel deiner möglichen Gewinne liegen, um den Trade abzusichern. Das diese Absicherung auch ein hohes Risiko für die Rentabilität eines Tradingsystems darstellt, sollte dir klar sein.
Du brauchst hohe Gewinne um mögliche Verlustphasen auszugleichen. Die Gewinnchancen eines Trades zu beschneiden, ist dabei meiner Meinung nach nicht der richtige Weg.
Hier wird auch gleich klar, welcher enorme Vorteil bei der Gewinn-Sicherung mit Hilfe der Stopp-Loss-Order steckt: Hier hast du grundsätzlich die volle Positionsgröße und profitierst damit auch im vollem Maße von den nächsten Bewegungen.
Meiner Meinung nach ist deshalb das Versetzen der Stopp-Loss-Order in den gewinnsichernden Bereich die deutlich bessere Lösung zur Gewinnsicherung.
Lass dich aber deswegen nicht von mir abhalten, es auch mal mit den Teilverkäufen auszuprobieren – mache ruhig deine eigenen Erfahrungen 😉
Jetzt fragst du dich sicher:
„Okay Max, aber nach welchem System sollte ich den Stopp denn nachziehen?“
Sehr gute Frage!
Du solltest natürlich dabei nach einem klaren und festgelegten System vorgehen. Deshalb solltest du unbedingt auch den nächsten Artikel lesen, den du auf Querverdiener.com findest. Dort stelle ich dir eine simple und zugleich bewährte Vorgehensweise vor.
Bis dahin,
Max Degen
